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Stanic Katica: Weiterbildungsverhalten der MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien

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Abstract Momentum 09 Track 7 „Migration, Freiheit durch Anpassung?”

„Weiterbildungsverhalten der MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien”

Ausgangslage
In meinem Dissertationsvorhaben werde ich mich mit dem Weiterbildungsverhalten der MigrantInnen in Österreich befassen. Im Mittelpunkt steht dabei die erste Generation der MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien und die Frage, wie deren Beteiligung an der beruflichen Weiterbildung aussieht.

Zum Thema MigrantInnen in der Weiterbildung in Österreich kann allgemein gesagt werden, dass sie sowohl als TeilnehmerInnen als auch als MitarbeiterInnen in den Weiterbildungseinrichtungen nur schwach repräsentiert sind. Es ist außerdem wichtig hinzuzufügen, dass dieses Thema in der Weiterbildungsforschung bisher vernachlässigt wurde und die wenigen vorhandenen Daten lückenhaft oder nicht vorhanden sind (vgl. Sprung, 2008, S. 2f.).

Ich für meinen Teil habe nach jahrelangen Literaturrecherchen den Eindruck, dass die MigrantInnen und die Menschen mit Migrationshintergrund aus dem ehemaligen Jugoslawien ohnehin in der Migrationsforschung Österreichs vernachlässigt werden obwohl sie mehr als 30 Prozent der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit und ausländischem Geburtsort in Österreich ausmachen (vgl. Marik-Lebeck/Wisbauer/Kytir 2008, S. 15).

Es ist allerdings über diese Migrantengruppe in den Bildungswissenschaften bekannt, dass sie ein niedriges Qualifikationsniveau aufweisen und sich kaum weiterbilden. Die große Mehrheit der Menschen exjugoslawischer Herkunft hat einen Pflichtschul- oder Lehrabschluss (vgl. Fassmann/Reeger 2007, S. 192). Laut der Untersuchung Lebenslanges Lernen 2003 der Statistik Austria beteiligen sich nur 12% der Menschen mit exjugoslawischer Staatsbürgerschaft an nonformaler Weiterbildung (vgl. Hammer/Moser/Klapfer 2004, S. 33). Hier muss jedoch angemerkt werden, dass diese Daten der Statistik Austria sich auf den Stand vom Jahr 2001 beziehen und dass sich seither einiges verändert haben könnte.

Meiner Meinung nach ist es aber interessant sich diese MigrantInnen genauer anzuschauen und zu untersuchen, ob sie sich tatsächlich nicht höher qualifizieren und welche Gründe es dafür geben kann. Es geht mir dabei darum, ihre Lebenswelten zu beschreiben und darzustellen, welche Prioritäten sie sich anstelle von Weiterbildungsaktivitäten gesetzt haben. Ebenso möchte ich auch erforschen welche Formen von Weiterbildung sie in Anspruch nehmen und welche Angebote der Weiterbildung für diese MigrantInnen aus dem ehemaligen Jugoslawien attraktiv und brauchbar wären.

Das Forschungsprojekt „Zugang höher qualifizierter MigrantInnen zu beruflicher Weiterbildung“ am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften in dem ich mit Dr.in Annette Sprung und Dr.in Angela Pilch Ortega zusammenarbeite hat mich dazu motiviert, dass ich im empirischen Teil meiner Dissertation höher qualifizierte MigrantInnen aus dem exjugoslawischen Raum befrage und somit untersuchen kann, wie deren Weiterbildungsverhalten aussieht.

Weiters ist es von Bedeutung zu erwähnen, dass wir im Rahmen dieses Forschungsprojekts die steirischen Weiterbildungseinrichtungen zum Thema „Interkulturelle Öffnung“ mittels Online-Fragebogens befragen und dass ich zum Teil die Ergebnisse dieser Untersuchung verwenden darf. Die diesbezüglichen Details müssen jedoch noch besprochen werden.
Die Dissertation besteht aus einem Theorie- und einem Empirie-Teil. Die Vorgehensweise soll im Folgenden kurz beschrieben werden.

Katica Stanic


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